Hier geht es konkret um die Frage, die wohl eine zeitlose Aktualität
hat: ob nicht die Kirche und wir Christen noch mehr und intensiver
selbst Lernende sein müssten. Hübner greift damit die Intention von
Papst Johannes XXIII. auf, die ihn bewog, das 2. Vatikanische Konzil
einzuberufen. Der Papst war davon überzeugt, dass die Kirche nicht nur
Lehrerin der Völker ist, sondern dass sie selbst auch lernende Kirche
sein muss.
Sie muss sich „verheutigen“, um besser von dem reden zu
können, was die Mitte ihres Auftrag ist: das Evangelium unseres Herrn
Jesus Christus aller Welt und jeder Generation neu anzubieten. Dazu
bedarf es zum einen eines gehorsamen Hinhörens auf den Geist Gottes, der
die Kirche durch allen Wandel der Zeiten geleitet und im Glauben
bewahrt.
Aber es bedarf zum anderen eines ebenso intensiven Hinhörens
auf die jeweilige Gegenwart, in der die Kirche ihren Auftrag zu erfüllen
hat.
Joachim Wanke, Bischof von Erfurt